Bis vor zwei Jahren ist Dennis häufig in der Mittwochsrunde mitgefahren, bevor er in seine Heimat in Nordhessen zurückgezogen ist. Damals ist er schon einmal die Strecke von Erlangen zu sich nach Hause in einen Rutsch durchgefahren. Diese Fahrt wiederholten wir am 26.05.2017, den Brückentag nach Christi Himmelfahrt.

Dennis reist mit Zug & Rad am Donnerstag an, übernachtete bei mir und Jörg kam wie vereinbart Freitag früh um 7 Uhr und schon los ging der Spaß. Aus (für mich) ausgetretenen Pfaden ging es über das Aisch- und Ebrachtal nach Lisberg und weiter durch den Steigerwald.

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 Auf der Abfahrt zum Main bei Theres sahen wir die Rhön in der Ferne. Doch zunächst mussten wir die Schweinebuckel bis nach Münnerstadt überqueren, wo wir uns einen Leberkäs einverleibten. Dann ging es über Bad Neustadt und das Grabfeld zur Rhön. 

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 Dieses Jahr wurde die Hochrhönstraße über Hausen / Rhön erklommen. Guter Straßerbelag - wenig bis kein Verkehr und tolle Aussicht. Was will man mehr?

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 Wie schon letztes Jahr auf der Fahrt nach Bonn verließen wir beim Schwarzen Moor die Hauptstraße ...

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 ... um bald danach die ehemalige innderdeutsche Grenze zu passieren.  Kolonnenweg und Wachtturm sind noch präsent. Der Minenstreifen ist mittlerweile hier ziemlich verwachsen. In Thüringen hatten wir zunächst einige Meter einen unkonventionellen Belag unter den schmalen Rennradreifen, der aber keine größeren Probleme machte.

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 Auf der folgenden Abfahrt zeigte sich Dennis Drahtesel etwas störisch. Schlug der Lenker dauernd nach links und rechts aus. Das Problem war bald erkannt: der Steuersatz musste nachgezogen werden.

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 Im Felda-Tal (ja nicht die Fulda, die kommt später) folgten wir einer alten Bahntrasse.

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Im ewigen Wettstreit mit den Bulldogs hätten wir in Dermbach mit 1:0 in Führung gehen können, wenn dieses Gefährt nicht einfach abgebogen wäre.
Der kleine Bulldog muss seinen großen Brüder Bescheid gepetzt haben, denn auf der folgenden Steigung (100 hm) gingen wir Radler gnadenlos unter. Vier Gespanne (wenn auch leer) überholten uns. 4:0 für die anderen - nix mehr zu machen - so hieß auch der Endstand.

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 In Vacha kamen wir dann ins Werratal. Wieder folgten wir den Radweg. Für Autos ist der Radweg tabu, weshalb man Halbschranken verbaut hat. Blöd nur, wenn solche Halbschranken im Halbschatten liegen und, wie von mir, nicht gesehen werden. Mit Ach und Krach konnte ich noch bremsen. Das hätte doof enden können.

In dieser Gegend wir Kali gefördert. Große Abraumhalden, im Volksmund Monte Kali oder Kalimandscharo genannt, prägen die Landschaft bei Philippthal ...

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 ... und Heringen. Wobei jener bei Heringen, der größte Berg aller Kaliberge sein soll. Überagt er doch die Landschaft mit etwa 200 m.

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Bei Bebra kommen wir ins Fuldatal, dass wir auf Radwegen durchfahren. Unser Track führt uns über eine Brücke, die nicht ganz radl-tauglich ist. Mit unseren leichten Rädern ist es kein Problem, doch mit Reiserädern und Packtaschen möchte ich die Brücke nicht wirklich benutzen wollen.

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Dafür haben wir dann die Straße für uns. Weit und breit ist kein Auto. Danach kommen wir nach Rotenburg an der Fulda. Außer ein kurzer Blick bleibt uns keine Zeit.

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 In Altmorschen zeigt uns Dennis noch ein ehemaliges Kloster. Im Innenhof spielen Damen wunderbar Querflöte. Wir lauschen. Gerne wären wir noch geblieben, doch Jörg wartet ungeduldig vor den Kloster. 

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Bei Binsförth könnten wir noch die Fulda mit ein Kurbelgondel queren. Doch keine Zeit wir müssen weiter zu unseren Tagesziel in Melsungen.

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Melsungen ist eine Stadt mit 10.000 Einwohnern und gefühlmäßig noch mehr Fachwerk. Wir gönnen uns din Eis zum Abschluss

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 und lassen etwas das Fachwerk auf uns wirken.

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 Abends tischt Dennis eine Spaghetti-Pizza vom Feinsten auf. Der Tag lassen wir nochmals Revue passieren. So eine Tour mit ~275km am Stück macht man nicht alle Tage.

 

Am nächsten Abend muss ich wieder daheim sein. Derselbe Weg zurück ist langweilig, also wähle ich eine andere Variante. Es soll nach Jena gehen und von dort weiter mit den Zug nach Erlangen. 

Anfagns geht es durch Nordhessen. Bei der Planung habe ich nicht aufgepasst und muss auf einen Schotterweg eine Anhöhe durch den Wald erklimmen. Na immerhin die Abfahrt ist asphaltiert.

Vorbei an Eschwege geht es gen Osten.

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 Bald überquere ich die Grenze nach Thüringen...

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 ... wo rmich bald eine Brücken-Baustelle zum improvisieren zwingt. Doch mit den Radl kommt man ja fast immer durch.

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Die Straßenbeleuchtung ist noch nicht ganz auf den modernsten Stand, doch dafür umso nostalgischer.

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 Bald geht es durch das Thüringer Becken. Weite, große Felder. Kein Wald.

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 Kurzer Verpflegungsstopp in Bad Langensalza.

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 und plötzlich meine ich in der Toskana zu sein. Doch es sind keine Zypressen. Macht nix - trotzdem schön.

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Kurz vor Erfurt hat die Erdbeer-Ernte begonnen. Deutsch wurde auf den Feldern nicht gesprochen - ich nehme an, dass der Lohn zu gering ist, dass sich Deutsche den Buckel krumm machen.

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 Erfurt lasse ich mich auf mich wirken. Rolle langsam durch die Fußgängerzone. Sammle Impressionen ein.

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 Wichtige Erkenntnis: Im Osten ist es wichtig zu wissen in welcher Richtung man fährt. Abhängig davon kann eine Straße gut oder mies sein. Solche Straßen habe ich nun des öfteren gesehen.

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 Doch schlimmer geht immer. Schlechte Planung. Über mehrere Kilometer folge ich einen Plattenweg. Rumm Zumm - Rumm Zumm - jede Fuge gibt einen Schlag auf den Rahmen.

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Kurz vor Jena durchquere ich noch das ehemalige Schlachtfeld, wo Napoleons Truppen auf die preußische Armee traf. Zurück blieben 30.000-35.000 Verletzte und Tote und eine verwüstete Region.

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Die Abfahrt vom Schlachtfeld nach Jena ging über gutes Gefälle von über 10%. Doch mittendrin wechselt der Belag von gut asphaltiert auf Pflaster. Ein Glück, dass keiner meine lautstarken  Flüche über die Straßenbauer gehört hat.

Dann komme ich nach Jena - jener Stadt die mein persönliches Leben beeinflusst hat, obwohl ich in dieser nie gelebt habe.

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Wie immer ist es kurz vor knapp. Schnell Wasser und Proviant (diesmal Currywurst & Pommes beim legendären Fritz) fassen und schon fährt der  Regional-Express kurz nach 16 Uhr los. Kurz nach 19 Uhr bin ich wieder wohl und munter wieder daheim beim Abendbrot mit meiner Familie.

Zwei wunderschöne Tage, die ich nicht missen möchte.

Ciao

Roland

 

Route nach Melsungen:

 

und zurück nach Jena:

 

 

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